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Sebastian

SEBASTIAN. 500 Euro und Halfter für unsere Pferde. Menschen hatten tausend Ideen für ihn.

Sebastian hat mehrere verschiedene Leben gelebt. Wenn wir ihn ansehen, haben wir das Gefühl, dass jeder neue Mensch sich eine neue Rolle für ihn ausgedacht hat. Er war ein Geschenk. Er wurde als Deckhengst eingesetzt. Er war ein Maskottchen. Er war der Stolz eines Hofes.

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❗️SEBASTIAN. 500 Euro und Halfter für unsere Pferde. Menschen hatten tausend Ideen für ihn. ❗️

Sebastian hat mehrere verschiedene Leben gelebt. Wenn wir ihn ansehen, haben wir das Gefühl, dass jeder neue Mensch sich eine neue Rolle für ihn ausgedacht hat. Er war ein Geschenk. Er wurde als Deckhengst eingesetzt. Er war ein Maskottchen. Er war der Stolz eines Hofes. Später war er auch der stille Bewohner eines Stalls, in den kaum noch jemand hineinschaute. Er war ein Pferd, mit dem man vor den Nachbarn angeben konnte, und zugleich eines, das man genauso leicht vergessen konnte. Er war gewollt und ungewollt. Wichtig und überflüssig. Im Laufe der Jahre veränderte sich fast alles. Nur Sebastian nicht. Denn Sebastian tat immer genau das, was von ihm erwartet wurde.

Er ist genau so ein Pferd. Er widersetzt sich nicht. Er kämpft nicht. Er sucht keinen Konflikt. Ein Mensch führt ihn, und er geht mit. Ein Mensch bindet ihn an einen Zaun, und er bleibt stehen. Ein Mensch denkt sich eine neue Aufgabe für ihn aus, und Sebastian versucht einfach, sie so gut wie möglich zu erfüllen.

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Vielleicht berührt uns seine Geschichte gerade deshalb so sehr. Denn sein ganzes Leben lang war er genau das Pferd, das Menschen am liebsten mögen. Gehorsam. Geduldig. Sanft. Und doch verloren all diese Eigenschaften plötzlich ihre Bedeutung, als das Alter kam.

Sein Besitzer brachte ihn noch auf lokale Tiermärkte. Einen nach dem anderen. Die Menschen kamen näher, betrachteten ihn und prüften ihn. Sie klopften prüfend gegen seine Beine, schauten ihm ins Maul und überlegten, ob er noch zu etwas taugt. Sebastian stand da und ertrug alles geduldig, so wie er sein ganzes Leben lang alles ertragen hatte. Doch sein Körper war längst nicht mehr derselbe, der jahrelang den Menschen gedient hatte. Seine Beine schmerzten. Sein Rücken schmerzte. Das Atmen fiel ihm immer schwerer. Schon bei der leichtesten Berührung knickte er ein.

Und plötzlich stellte sich heraus, dass ein Pferd, das so viele Jahre die Erwartungen anderer erfüllt hatte, die Erwartungen von niemandem mehr erfüllte.

Nach einigen weiteren Fahrten beschloss sein Besitzer, kein Geld mehr für Treibstoff auszugeben. Der Sommer kommt. Es wird heiß. Niemand weiß, ob Sebastian die kommenden Temperaturen überhaupt noch verkraftet. Und niemand weiß, ob ihn überhaupt noch jemand kaufen möchte.

So landete er schließlich bei einem Pferdehändler. Ohne große Worte. Ohne Abschied. Einfach als ein weiteres altes Pferd, das niemand mehr brauchte.

Wenn wir heute sein Gesicht betrachten, sehen wir die Spuren eines zu engen Halfters. Kleine Scheuerstellen. Nichts Großes. Viele Menschen würden sie vermutlich gar nicht bemerken. Wir sehen darin jedoch mehr. Denn das Leben von Tieren zerbricht selten durch eine einzige große Tragödie. Meist besteht es aus vielen kleinen Dingen, die niemand korrigiert hat. Dinge, die ein wenig zu eng waren. Ein wenig zu schwer. Ein wenig zu lange still ertragen wurden.

Vielleicht möchten wir deshalb im Zusammenhang mit Sebastians Geschichte noch ein weiteres Thema ansprechen.

Ein Halfter an sich ist nichts Schlechtes. Auch wir verwenden sie in unseren Einrichtungen. Wenn der Tierarzt kommt. Wenn ein krankes Pferd behandelt werden muss. Wenn Untersuchungen oder Therapien notwendig sind. Aber wir möchten, dass sie für unsere Tiere bequem sind. Dass sie nicht scheuern. Nicht drücken. Keine Spuren hinterlassen wie jene, die wir heute in Sebastians Gesicht sehen.

Deshalb ist diese Aktion doppelt wichtig.

Wir müssen 500 Euro Anzahlung für Sebastian aufbringen. Zeit haben wir bis Freitag.

Außerdem möchten wir neue Halfter für unsere Pferde kaufen. Einfache, bequeme und gut sitzende Halfter. Wenn man ein Pferd versorgt, wirkt das nicht wie eine große Ausgabe. Wenn man jedoch mehrere hundert Tiere betreut, bekommen selbst solche grundlegenden Dinge eine enorme Bedeutung.

Für die Halfter möchten wir zusätzlich 200 Euro sammeln. Damit können wir etwa 10 bis 15 neue Halfter kaufen und dafür sorgen, dass unsere Pferde bei tierärztlichen Untersuchungen und Behandlungen möglichst komfortabel versorgt werden.

Heute braucht jedoch vor allem Sebastian Hilfe.

Ein Pferd, das sein ganzes Leben lang den Plänen anderer gefolgt ist. Ein Pferd, das niemandem im Weg stand. Ein Pferd, dem nie beigebracht wurde, für sich selbst zu kämpfen.

Deshalb wenden wir uns heute an Dich.

Hilf uns, Sebastian vom Händler freizukaufen. Hilf uns, dafür zu sorgen, dass niemand mehr einen neuen Plan für ihn hat. Dass er niemanden mehr unterhalten, niemandem mehr dienen und nichts mehr beweisen muss.

Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren das Leben vieler Tiere verändert, die für andere längst nur noch ein Problem oder eine Belastung waren. Wir glauben, dass wir das auch für Sebastian schaffen können.

Damit er nach all den Jahren, in denen er das sein musste, was andere von ihm wollten, endlich einfach nur ein Pferd sein darf.

So wie er es immer verdient hatte. ❤️🐴

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