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Keru

Keru hatte seine Nase nicht mehr so, wie ein Hund sie eigentlich haben sollte.

Mitten in seinem Gesicht klaffte eine riesige, offene Wunde. Tief. Infiziert. Gefüllt mit abgestorbenem, faulendem Gewebe. In den Fleischwunden bewegten sich Maden. Ein Teil seiner Nase war einfach zerstört – als hätte jemand ein Stück seines Gesichts herausgerissen und ihn mit diesem unerträglichen Schmerz auf der Straße zurückgelassen.

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Keru hatte seine Nase nicht mehr so, wie ein Hund sie eigentlich haben sollte.

Mitten in seinem Gesicht klaffte eine riesige, offene Wunde. Tief. Infiziert. Gefüllt mit abgestorbenem, faulendem Gewebe. In den Fleischwunden bewegten sich Maden. Ein Teil seiner Nase war einfach zerstört – als hätte jemand ein Stück seines Gesichts herausgerissen und ihn mit diesem unerträglichen Schmerz auf der Straße zurückgelassen.

Das war keine kleine Verletzung.

Kein Kratzer.

Nichts, was man reinigen, verbinden und dann einfach abwarten konnte.

Es war eine klaffende Wunde mitten in seinem Gesicht. An einer Stelle, die bei jedem Atemzug, jeder Bewegung, jedem Versuch zu fressen und jedem weiteren Tag des Überlebens beansprucht wird.

Keru war ein Straßenhund. Schwach, ausgezehrt und in einem kritischen Zustand. Sein Gesicht war der sichtbarste Beweis seines Leidens, aber nicht der einzige. Sein ganzer Körper zeigte, dass er schon lange kämpfte. Dass sein Organismus die letzten Kräfte aufbrauchte, um überhaupt noch zu stehen, weiterzugehen, zu atmen und nicht einfach aus dieser Welt zu verschwinden.

Und in dieser Geschichte bleibt eine Frage, der man kaum ausweichen kann:

Was ist ihm passiert?

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Wir waren nicht dabei. Wir können nicht behaupten, es zu wissen. Wir können niemanden beschuldigen und keine Szene nacherzählen, die keiner von uns gesehen hat. Aber die Verletzung sah so aus, als könnte sie durch etwas Scharfkantiges entstanden sein. Durch etwas, das Gewebe durchtrennt, zerrissen und zerstört hat und einen Hund mit einer Wunde zurückließ, die sich jeden Tag weiter in Infektion, Nekrose und pures Leid verwandelte.

Und trotzdem hat Keru überlebt.

Mit diesem Gesicht.

Mit dieser Wunde.

Mit Maden an einer Stelle, an der gesundes Gewebe sein sollte.

Heute ist Keru in der Klinik unseres Partner-Sanctuarys. Dort hat ein Kampf begonnen, der nicht nur aus einem einzigen Eingriff und einem schnellen Ende der Behandlung bestehen wird. Die Tierärzte machten ein Röntgenbild, und es gab eine gute Nachricht: Trotz der schrecklichen Verletzung sind keine Nasenknochen gebrochen. Die feinen Strukturen in den Nasengängen können durch die starke Schwellung, die tiefen Schnitte und das Trauma verschoben sein, doch die Knochen selbst scheinen intakt zu sein.

Das ändert aber nichts am Schwersten.

Das Gewebe ist dramatisch zerstört.

Ein Teil der Haut und der Nase ist unwiederbringlich verloren. Die Verletzung jest so groß, dass nicht genug gesundes Gewebe vorhanden ist, um sie einfach zu schließen und zu vernähen. Man kann dieses Leiden nicht mit ein paar Stichen bedecken. Man kann nicht sagen: eine Operation, und dann ist alles vorbei. Keru muss langsam heilen – als Hund mit einer offenen Wunde, die jeden Tag gereinigt, geschützt und kontrolliert werden muss, damit die Infektion nicht gewinnt.

Jeden Tag wird abgestorbenes Gewebe entfernt.

Jeden Tag wird die Wunde sorgfältig gereinigt.

Jeden Tag geht der Kampf gegen die Infektion weiter.

Dazu kommen Medikamente, Pflege, gutes Futter, der Wiederaufbau seines geschwächten Körpers, Impfungen und eine Kastration erst dann, wenn er stark genug ist, um sie sicher zu überstehen.

Keru wird nie wieder so aussehen wie früher. Er hat einen Teil seiner Nase verloren. In seinem Gesicht werden Narben bleiben. Diese Geschichte wird für immer in sein Gesicht geschrieben sein. Aber das bedeutet nicht, dass sein Leben nur noch von Leid erzählen muss.

Genau deshalb erzählen wir euch heute von Keru.

Mit „Tiere ohne Grenzen ” erreichen wir Orte, an denen das Leiden von Tieren oft fernab unserer Blicke geschieht. Straßen, Kliniken, Shelter und Länder, in denen Hilfe nicht von selbst kommt und jeder gerettete Hund das Ergebnis einer Entscheidung ist. Einer Reaktion. Eines Moments, in dem jemand nicht weggeschaut hat.

Keru braucht heute kein Mitleid.

Er braucht Behandlung.

Er braucht tägliche Pflege

Er braucht Medikamente, Futter, Wundreinigung, Kontrollen und Zeit.

Er braucht Menschen, die ihm helfen, eine Behandlung durchzustehen, die man weder beschleunigen noch vereinfachen kann.

Bitte bleibt heute an Kerus Seite. Helft uns, diesen Hund zu retten, der mit einer offenen, infizierten Wunde im Gesicht lange genug überlebt hat, bis endlich Hilfe bei ihm ankam.

Jetzt darf er nicht allein bleiben.

Nicht nach allem, was er schon überstanden hat.

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