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Weltmückentag

Ja, den gibt es wirklich… Es werden aber am 20. August nicht die lästigen Insekten gefeiert, sondern es soll an diesem Tag auf die Verbreitung des Wissens zur Malaria-Ursachen und – bekämpfung aufmerksam gemacht werden. 1897 stellte ein britischer Arzt, Sir Ronald Ross, fest, dass für Übertragung von Malaria, Weibchen der Mückengattung Anopheles verantwortlich sind. Zur Erinnerung an diese Entdeckung hat man den Weltmückentag ins Leben gerufen.

Durch globale Klimaveränderungen verursachte immer höher steigende Temperaturen, extreme Wetterereignisse (insbesondere Überflutungen), wachsende Population, blitzschnelle Globalisierung durch ständig wachsenden Menschen- und Warenverkehr, wie auch Urbanisierung (mit schlecht geplanter Infrastruktur, überfüllten und vermüllten Städten) – das alles bietet ein besonders gutes Milieu für die Entwicklung der Mücken, die für die Verbreitung vieler Krankheiten verantwortlich sind. Hinzukommt, dass die Insekten im Laufe der Zeit völlig immun gegen Insektenbekämpfungsmittel geworden sind. Es gibt aber scheinbar natürliche Wege, um die Verbreitung der Mücke …vielleicht nicht ganz zu stoppen, aber zumindest zu mildern: die Mauersegler. Diese zierlichen Vögel sind die größten und wirksamsten Verbündeten der Menschen im Kampf gegen Mücken: innerhalb eines Tages ist ein Mauersegler imstande etwa Zwanzigtausend Mücken zu verspeisen. Die Ökologen versichern, dass die Vögel wirkungsvoller als herkömmliche chemische Insekt ziden sind und dazu noch sauberer als Schwalben, auf deren Speisekarte ebenfalls Mücken stehen. Mauersegler sind relativ kleine Vögel (etwa 40 Gramm schwer, Flügelspannweite 40-44 cm) aber mit viel Power. Bei ihrem Flugmanöver können sie im Sturzflug Geschwindigkeiten von mehr als 200 km/h erreichen und verbringen außerhalb der Brutzeit nahezu ohne Unterbrechung bis zu 10 Monate in der Luft. Sie bauen keine Nester, früher bewohnten sie hauptsächlich Felsspalten, heutzutage brüten die Vögel an mehrgeschossigen Steinbauten, darunter Wohnhäuser, Kirchtürme, Fabrikgebäude oder Bahnhöfe. An solchen Gebäuden werden vielerlei Hohlräume unter Dächern und Traufen genutzt, beispielsweise Rollladenkästen oder schief sitzende Ziegel. Neubauten mit glatter Fassade werden kaum genutzt. Bedingt durch die Verfügbarkeit geeigneter Brutmöglichkeiten siedelt der Mauersegler häufig nur an wenigen Stellen, etwa in Ortszentren, Industrie- oder Hafenanlagen, in Kleinstädten, oft ausschließlich an Kirchen oder anderen historischen ebäuden. Deshalb ist es wichtig, den Vögeln die Brutmöglichkeiten zu geben, indem man speziell dafür geeignete Häuschen anbringt und schon bestehende Brutorte nicht zerstört (waleider öfters beim Renovieren von Gebäuden passiert). In Polen hat sich neuerdings, aus dem Anlass des Weltmückentags, eine Mobilfunkanbieter-Firma etwas Besonderes ausgedacht: am 20. August verteilte sie speziell gebaute Vogelhäuschen für Mauersegler, die man an verschiedenen Orten anbringen kann. Mauersegler gegen die Mückenplage – wir drücken die Daumen!