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Plastik – wie nutzen wir es?

Jedem von uns ist bewusst, wie wichtig Umweltschutz ist. Zum einen geht es darum, etwas Defektes je nach Möglichkeit wiederherzustellen, zum anderen, beim Handeln Rücksicht auf alle belebte und unbelebte Naturelemente zu nehmen. Eine der Formen von Umweltschutz ist Recycling. Ziel: Reduktion der Müllmenge und Wiederverwertung der Abfallprodukte, um den Abbau der natürlichen Ressourcen zu reduzieren. Denn wir haben auf der Welt sehr viel Müll, vor allem Plastikmüll.

Plastik in einer solchen Hülle und Fülle, wie wir Menschen es produzieren und verbrauchen (laut Statistischem Bundesamt wird in Deutschland 2018 pro Kopf 68 kg Verpackungsmüll produziert) ist einfach zu viel. Es belastet die Umwelt und ist überall zu finden. Als Mikroplastik in Kosmetika, wofür es industriell hergestellt wird (primäres Mikroplastik) und auch in Essen, Klamotten, aber auch allgemein gesagt, in der Natur, wo Plastik zu kleinen Teilchen zersetzt wird, aber nie ganz verschwindet (sekundäres Mikroplastik). Die größte Mülldeponie der Welt ist „Great Pacific Garbage Patch“ (zuerst 1997 beschrieben), zu deutsch: Großer Pazifischer Müllteppich. Es handelt sich hier um den gesamten Plastikmüll in Ozeanen, genauer, um Reste von Kunststoffprodukten, welche sich in allen Meeren der Welt sammeln und dort an verschiedenen Stellen akkumuliert werden. Laut UNO stirbt jährlich durch Plastikabfälle etwa 1 Million der Meeresbewohner.
Es kommt noch der vielleicht wichtigste Aspekt hinsichtlich des Plastikmüllaufkommens hinzu: es wird aus dem Naturrohstoff (immer knapper werdenden) Erdöl produziert und ist nicht biologisch abbaubar.

Recycling ist eine der bekanntesten Methoden des Umweltschutzes und es wird in nahezu jedem Land erfolgreich oder weniger erfolgreich umgesetzt. Auf der Recycling-Rankingliste der europäischen Länder steht Deutschland auf Platz 1. Mit unserem Mülltrennungssystem und dem Grünen Punkt, der schon seit 1991 existiert, könnte man meinen, das wir kein Plastikmüllproblem kennen. Doch wie fällt die Bilanz aus? Die Tatsache ist, dass gerade nur ein Viertel des Plastik-Verpackungsmülls wiederverwertet wird. Der Rest wird entweder verbrannt oder nach China exportiert (oder – da seit 2018 China unseren Müll nicht mehr haben will – ein Teil landet in den Entwicklungsländern). Und was ist die Lösung?

Eine Antwort ist einfach: noch mehr recyceln. Jede Verpackung soll aus einem Recyclat hergestellt sein, also aus dem Rohstoff, der durch Aufarbeitung aus entsorgtem Material gewonnen wird. So soll die alte Verpackung Grundlage eines neuen Produktes sein, und es soll genauso wertvoll sein, wie das erste. Ganz nach dem Prinzip „cradle to cradle“ – von der Wiege zur Wiege, es wird also ein geschlossener Werkstoffkreislauf geschaffen, entgegengesetzt der Linearwirtschaft: „nimm, benutze, entsorge. Es sollen zudem in Deutschland höhere Absatzmärkte für Recyklate geschaffen werden. Im Moment bezieht die Industrie nur 14 % ihres Bedarfs aus wiedergewonnenen Stoffen und das ist viel zu wenig. Der Einsatz der Recyclate ist jedoch in vielen Bereichen noch problematisch, wie z B. in der Lebensmittelbranche, andere Wirtschaftszweige sind da erfolgreicher. Das Unternehmen Frosch sieht schon seit Jahren in dem Werkstoffkreislauf eine reale Chance dafür, dass wir Plastik nicht nur als ein Problem sehen, sondern als Chance für die Entwicklung neuer, hochwertiger Produkte ohne die Umwelt zu belasten. Die von der Marke Frosch ins Leben gerufene Recyclat-Initiative (https://wir-fuer-recyclat.de/) möchte alle auf das Plastik-Problem aufmerksam machen, vor allem aber dafür, dass es gelöst werden kann, wenn alle mitmachen: Hersteller, Politiker und Verbraucher: eine „Wertstoffkette über alle Branchen“ soll geschaffen werden. Frosch verkauft schon seit Jahren ihre Reinigungs- und Waschmittelprodukte in voll recycelbaren Behältern.

Wie können wir als Konsumenten dazu beitragen, dass weniger Plastik überhaupt produziert wird? Die allerbeste Lösung für das Problem ist gar kein Plastik zu benutzen. Zum Beispiel können wir die neu wiedergewonnene Möglichkeit, Waren unverpackt zu kaufen, in Anspruch nehmen. Beim Kauf der Produkte, Mehrweg-Verpackungen gegenüber Tetra-Pack oder Plastikverpackungen vorziehen. Die Tüten aus Plastik, die man schon hat, mehrmals benutzen. Wenn man keine andere Lösung hat, dann beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Verpackung keine Verbundstoffe oder kein Mischplastik aufweist – damit man sicher ist, dass es auch gut recyclebar ist. Und zum Schluss, nur solche Produkte kaufen, die zu 100% aus recycelbarem Material gewonnen wurden und auch weiter recyclebar sein können.

Wir als Konsumenten sind oft schon müde davon, den Inhalt verschiedener Produkte auf ihre Schädlichkeit zu überprüfen, sollen wir uns jetzt also auch mit der Verpackung abmühen? Das müssen wir wohl, denn auch danach richtet sich die Entscheidung der Produzenten, was auf den Markt gebracht wird: was wir kaufen wollen, wird produziert. Es wäre ein Erfolg, wenn wir dazu beitragen könnten, dass das Plastik nicht mehr als Abfall die Umwelt immer mehr verschmutzt, sondern sinnvoll genutzt wird. Und es wäre katastrophal, wenn die bisherigen Errungenschaften auf diesem Gebiet zunichte gemacht werden würden.

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