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MANIA

 Stute
 Erscheinungsdatum: 01.06.2020
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Mania sendet viele Grüße aus dem Reservat in Polkowice! Langsam lebt sie sich bei uns ein und guckt sich schon nach einem liebevollen Adoptivhaus um. Wenn Sie mehr über Mania und ihr Schicksal erfahren wollen, lesen Sie bitte unten weiter!

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MANIAS Geschichte

Das Glück, wie würden Sie es definieren? Für jeden bedeutet es etwas anderes. Es gibt verschiedene Arten des Glücks. Meistens empfinden wir es wenn wir etwas bekommen, was wir uns schon lange gewünscht haben, sei es ein Gegenstand, oder ein Ereignis, oder etwas Lebendiges: ein Mensch direkt neben uns. Dann ist man glücklich, wie im siebten Himmel fühlt man sich. Oder noch glücklicher.

Ach, wenn ich nur dieses neue, rote Auto hätte, dann würde ich vor Glück ausflippen! Wenn ich nun endlich mal meinen Urlaub auf Madagaskar verbringen könnte… oder vielleicht auch nur 2 Wochen in Harz… dann wäre ich richtig froh! Flachfernseher, neue Designer-Handtasche – wer kennt diese Wünsche nicht, derer Erfüllung scheinbar so glücklich macht? Wenn ich nur mehr Freunde, seltene Pflanzen oder ein Pool im Garten hätte – dann hätte ich das große Los gezogen! Dann weiß ich, dass der Gott bei mir wohnt und ich nicht sterben muss, um in den Himmel zu kommen… denn ich bin schon da! Und dann… kommt die Enttäuschung.
Eine Psychologin schrieb in einer Abhandlung, dass die Topmanager, die gerade erfolgreich große Geschäfte abgewickelt haben, immer danach depressiv werden. Also das Erreichen ihrer Ziele macht sie scheinbar nicht glücklich! Statt Freude zu empfinden, verlieren sie Lust am Leben. Das Glück ist ein Gemütszustand, wir tragen es in unsrem Inneren… warum suchen wir aber stets anderswo danach?

Nicht nur Menschen haben ihre Träume – Tiere haben sie auch, bei ihnen sind sie aber klar definiert und einfach. Sie erkennen ihr Glück sofort. Genug zum Essen und zum Trinken zu haben, ein Dach über dem Kopf, das ist das Wichtigste. Sind sie in Sachen Glück uns Menschen voraus?

Manias Existenz war vorbestimmt – sie lebte, um irgendwann geschlachtet zu werden. Es stand keine Tragik dahinter, nur eine verständliche ökonomische Planung auf einem Bauernhof: zwei Tiere zum Arbeiten, eins zum Schlachten, um die anderen zu finanzieren. Welches soll überleben? Nicht Mania.

Ein Pferd steht auf einer grünen, saftigen Wiese, wenn wir näher kommen, springt es herum und schließlich läuft weg. Es scheint glücklich zu sein, als ob es nicht geahnt hätte, was es erwartet. Oder das Tier ahnt es doch, aber es hat hier immer noch seine Wiese, seine Box und was zu essen – und das macht es glücklich, das reicht ihm schon. Es lebt in Hier und Jetzt, analysiert sein Leben nicht. So leben Tiere. Manchmal könnten wir von ihnen sehr viel lernen.

Manias größtes Glück ist auch einen Freund zu haben: Zosia, die Tochter des Landwirts. Seit drei Jahren verbringen die beiden sehr viel Zeit zusammen auf der Weide, Zosia macht Fotos und malt Bilder von Mania und kann ihr beim Grassfressen stundenlang zuschauen. Mania lehrt Zosia, was Glücklichsein bedeutet.
Das alles erfahren wir aus Zosias Brief an die Stiftung. Denn ihre Welt ist plötzlich zusammengebrochen und sie bittet uns um Hilfe. Mania soll nämlich zum Schlachthof gefahren werden, ihre Eltern brauchen Geld. Zosia schreibt: „Ich gebe Euch mein ganzes Taschengeld, mein Erspartes und auch mein Fahrrad dazu und ich flehe Euch an – könnt Ihr Mania meinem Vater abkaufen? Er braucht das Geld und Mania soll dem Schlachthof verkauft werden. Die Welt und ich – wir werden Mania verlieren, wir verlieren unser Glück…(…)“
Zosia ist ihrem Vater nicht böse! Sie versteht seine Geldsorgen und verliert kein schlechtes Wort über seine Entscheidung. Sie versteht auch, dass sie ihre Freundin alleine nicht retten kann. Ihre Bitte, ihre Determination und ihre Reife haben uns sehr bewegt. Sie ist gerade 16… Wir fahren also hin. Zosia kommt uns schon auf ihrem alten Klapprad entgegen, auf dem Gepäckträger eine Plastiktüte voll mit trockenem Brot. Wir sitzen drei Stunden zusammen auf der Weide, schauen Mania zu und hören uns Zosias Geschichte an. Erst als es schon dämmert, bringt Zosia das Pferd in die Box, kettet es an. Mania isst brav ihr Hafer.

In unseren Köpfen schwirren tausend Gedanken, auf einmal spüren wir deutlich, wie merkwürdig die Welt doch ist. Vor uns steht nämlich Zosia mit ihrem alten Fahrrad. Wünscht sie sich denn nicht ein neues? – fragen wir. Sie schaut uns mit großen Augen an: „Wozu denn, dieses ist doch gut!“. Sie steht da, in ihren kurzen Jeans, einfachem löchrigen Hemd, eine Billiguhr am Handgelenk. Und ihrem breiten Lächeln. Nein, Geldmangel finden wir nicht super, auch sehen wir nichts falsches daran, Reichtum zu besitzen. Aber wir spüren, dass das hier keine Bedeutung hat. Wenn man im Herzen lacht, strahlt das Glück durch einen nach außen. Das sieht man.
„Ich habe 211 zl (etwa 46 Euro) gespart“ – lächelnd übergibt sie uns ein Glas mit vielen Münzen und Scheinen und fragt, ob wir es schaffen, den Rest für Mania aufzubringen. Was können wir darauf antworten???

Auf dem Rückweg schweigen wir. 46 Euro sind ein Tropfen auf dem heißen Stein gegenüber der Summe, die für Mania nötig ist, aber wir haben das Gefühl, dass es für Zosia wichtig wäre, mit ihrem kleinem Beitrag Teilhabe an Manias Rettung zu haben. Wir zählten also ordnungsgemäß das Geld und deponierten es im Auto.
Auf dem Weg zu Zosias Eltern fahren wir an den Wiesen vorbei, wo eben noch Mania und andere Pferde weideten. Man sagt: Polen – ein Ulanenland. Für manche wird ein Pferd zum Freund, für andere verkörpert es Geschichte, für viele wiederum ist es nur ein Stück Fleisch. Es ist furchtbar, dass alles auf dieser Welt von unserer subjektiven Meinung abhängig ist. Sogar das Leben der anderen.
Vor der Abreise besprachen wir mit Zosias Vater die Verkaufseinzelheiten. Er ist nicht sonderlich froh darüber, noch länger auf sein Geld warten zu müssen, doch wir bekommen Zeit bis zum 30. Juni. 9 000 PLN (2 000 EUR) müssen wir zusammenbringen, dazu kommen noch Transportkosten: 280 EUR. Immerhin haben wir schon 46 EUR. Ob wir mit Eurer Hilfe den ganzen Betrag zusammenbekommen?
Teilweise hat das geklappt; nach einer Einzahlung hat uns der Landwirt noch etwas Zeit gewährt….und dann …! Dank Euch haben wir sie gerettet! Zosias Traum wurde erfüllt!

Mania befindet sich jetzt bei uns in Quarantäne, wartet auf den Tierarzt und den Hufschmied. Damit ihr Aufenthalt weiterhin in der Stiftung gesichert ist, werden wir für Eure weitere Spenden sehr dankbar!!! Wieder mal hat es sich gezeigt, dass wir uns auf auch, liebe Tierfreunde, verlassen können!!!